ERÖFFNUNG DER BALKANFILMTAGE

Der dritte Balkantage-Filmtag
29.02.2016

Foto: Maja Gugleta

Lebendig und einzigartig starteten dieses Jahr die Münchner Balkanfilmtage im Gasteig. Ganz am Anfang des Abends begrüßte Frau Carolina Palminha das Publikum und die Gäste im Namen des Veranstalters, Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. und brachte dem Publikum die Mission und die Visionen des Migranten- und Flüchtlingsvereins näher. Im Anschluss gab der Koordinator der Balkanfilmtage 2016, Oliver Tataru eine kurze Einleitung in das diesjährige Filmprogramm.
Für die gute Laune in der Black Box war die Allroundkünstlerin Biljana Obradovic Bixy zuständig. Die Sängerin, Musikerin, Komponistin und sogar Musiklehrerin aus Serbien präsentierte dem Publikum eine unplugged Version ihres ersten Albums „Neunistiva“ („Die Unzerstörbare“).

Charismatisch und kompetent hielt die Gründerin und Hauptjurorin des Sarajevo Film Festivals, Frau Elma Tataragic, im Anschluss einen Vortrag über „das Frauenbild in der gegenwärtigen bosnisch-herzegowinischen Kinematographie“ („Image of Women in Contemporary bh. Cinema“). Professionell und interessant stellte die Drehbuchautorin die Stellung der Frau in der zeitgenössischen bosnisch-herzegowinischen Kinematographie dar, die sich seit dem Krieg von 1992-95 sowohl vor, wie auch hinter der Kamera geändert hat. Der Vortrag konzentrierte sich auf die Aspekte der verschiedenen Bilder der weiblichen Präsenz in Filmen nach dem Dayton-Abkommen und gab einen Einblick, nicht nur in die zeitgenössische Kinematographie, sondern auch in die Gesellschaft von Bosnien-Herzegowina.

Nach einer kurzen Pause konnte das Publikum den Film „No One´s Child“ von Vuk Ršumovic genießen. Im Spielfilm von Vuk Ršumovic geht es um einen „wilden“ Jungen, der in den späten 1980er Jahren in einem abgeschiedenen Wald in den Bergen Jugoslawiens gefunden wurde. Die Geschichte begleitet den Jungen durch seinen relativ kurzen Ausflug in die fremde und unfreundliche Zivilisation bis hin zu seiner Rückkehr in die Geborgenheit der Wildnis.

Spielfilme: "Der serbische Anwalt" und "Zivan makes a punk festival"

Dienstag, 01.03.2016

Foto: Maja Gugleta

In der Black Box wurde der Dokumentarfilm über den sympathischen Eigenbrötler Živan gezeigt, der unter widrigen Umständen – vor allem steht er sich selbst im Weg - versucht, in seinem Heimatdorf im Norden Serbiens ein Punk-Festival zu organisieren. „Živan Makes A Punk Festival“ – zugleich lustig und melancholisch.

„Der serbische Anwalt“ erzählt die Geschichte des Anwalts Marko, der Ende neunziger als junger Mann unter dem Regime Milosevićs und den Folgen der Jugoslawien-Kriege gelitten hat. Ein paar Jahre später, nach dem Jurastudium in den Niederlanden, ist er der Verteidiger von Radovan Karadzić - dem Mann, gegen den er eigentlich früher gekämpft hat. Mit dieser, und auch den Herausforderungen in seinem Privatleben muss Marko fertig werden. Der Film taucht in sein Seelenleben, in seine Zweifel und seinen Kampf ein. Dem jungen Mann geht es in erster Linie nicht um die Verteidigung des Kriegsverbrechers, sondern er versucht, herauszufinden – was ist in diesem Krieg wirklich geschehen? Und letztendlich steht die professionelle Moral über der persönlichen Moral. 

Im Anschluss an den Film gab es eine spannende Diskussion mit dem Regisseur des Films, Aleksandar Nikolic, geführt von Jutta Höcht-Stöhr, Leiterin der evangelischen Stadtakademie München.

Spielfilme: Kosma und The Lesson

Mittwoch, 02.03.2016

Am Mittwoch, den 2. März 2016 gab es bei den Balkanfilmtagen in der Black Box im Gasteig wieder zwei interessante Filme zu bestaunen, die man sonst kaum in deutschen Kinos sehen kann.

Als erstes zeigten wir vor ca. 50 Zuschauern die Dokumentation „Kosma“ von Sonja Blagojevic aus dem Jahr 2013. Der Film handelt vom Alltag der serbischen Minderheit im Land und folgt den Mitgliedern des Radionetzwerks „Kosma“, das seit zehn Jahren eine wichtige Verbindung in der serbischen Gemeinschaft darstellt und seinen Hörern eine Stimme geben will.

Im Anschluss daran – und vor einigen Zuschauern mehr, was wahrscheinlich der späteren Stunde geschuldet war – lief die bulgarisch-griechische Koproduktion „Urok“/ „The Lesson“ von Kristina Grozeva und Petar Vlachanov aus dem Jahr 2014. Das Sozialdrama handelt von der bulgarischen Lehrerin Nadeshda, die einen Dieb in ihrer Schulklasse entlarven will und aber schließlich selbst durch Geldprobleme, die ihr Mann verschuldet hat, in die Fänge von Kredithaien gerät. Besonders zu erwähnen ist die ausgezeichnete schauspielerische Leistung der Hauptdarstellerin und außerdem der anspruchsvolle dramaturgische Verlauf des Films.

Foto: Maja Gugleta

Veranstalter

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Veranstalter der Balkantage ist der 1992 gegründete Migrantenverein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. Informationen zum Verein finden Sie unter: www.hvmzv.de.

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Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.
Muhjidin Musinbegovic
muhjidin.musinbegovic@hvmzm.de

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