Spielfilme: Dorf ohne Frauen und Inferno

Freitag, 04.03.2016

Foto: Maja Gugleta

Spielfilme: Chuck Norris vs. Communism und Babai

Freitag, 04.03.2016

Foto: Maja Gugleta

Am Freitag, den 04. März wurden die Besucher der Balkanfilmtage in der Blackbox im Gasteig München von der ersten Botschafterin der Balkantage Luna Mijovic empfangen. Nach einem kurzen Begrüßungswort erzählte die junge bosnisch-herzegowinische Schauspielerin als kleine Hinführung zu den ersten gezeigten Film “Chuck Norris vs. Communism“ eine Anekdote von einem befreundeten rumänischen Regisseur, der ihr erzählte, „wie er und seine Freunde sich heimlich eingeschlichen haben und verschiedene VHS-Kassetten aus Amerika und Europa fanden und wie er aufgrund der geheimnisvollen und Unbekannten Art seine Liebe zum Film, den Bildern, der magischen Wahrheit dahinter, die er eigenständig in Zeiten der Geheimhaltung und Stille, in Zeiten des Kommunismus und den Einschränkungen in Rumänien finden musste.“

Anschließend sahen die zahlreichen Besucher den Dokumentarfilm “Chuck Norris vs. Communism“ des rumänischen Regisseurs Ilinca Calugareanu, der von den Auswirkungen der oben genannten westlichen Filme auf VHS Kassetten handelt, die im Rumänien der 1980er Jahre geschmuggelt und in geheim veranstalteten Filmvorführungen gezeigt wurden. In sehr unterhaltsamen Erfahrungsberichten erzählen die unterschiedlichsten Zeitzeugen, wie die westlichen Filme ihr Denken und alltägliches Handeln beeinflussten, wie beispielsweise Jugendliche morgens aufgestanden sind für einen Morgenlauf, um es der bekannten Filmfigur „Rocky Balboa“ nachzuahmen. Dazu werden rekonstruierte Szenen gezeigt, die den Besuchern vergegenwärtigen in welchen Umständen die Filme überspielt und insbesondere von der Synchronstimme der geschmuggelten Filme, Irina Nistor, übersetzt und vertont wurden. Der Film von Ilinca Calugareanu zeigt die Lebenswirklichkeit im Rumänien der 1980er Jahre auf eine sehr unterhaltsame Art, der es trotz des Humors nicht an einer nötigen Ernsthaftigkeit fehlt.

Der zweite Film „Babai“ des kosovarischen Regisseurs Visar Morina beschäftigt sich mit dem sehr aktuellen Thema des Fluchtschicksals eines kleinen Jungen und seines Vaters aus dem Kosovo. Nachdem es dem kleinen Jungen nicht gelingt davon abzubringen, aus dem Kosovo nach Deutschland auszureisen, um dort Asyl zu beantragen, bricht der Junge der Obhut seines Onkels aus und folgt seinem Vater eigenständig auf einer abenteuerlichen Reise über die Adria bis nach Deutschland. In Deutschland angekommen, findet der Junge zwar seinen Vater wieder – doch noch immer finden Vater und Sohn keine Ruhe zwischen Stacheldraht der Asylunterkunft, Geldnot und Ungewissheit ihres eigenen Schicksals. Die Zuschauer in der nun fast voll besetzten Blackbox des Gasteigs ließen gefesselt von dem spannenden Drama den Balkanfilmtag ausklingen.

Spielfilme: "Do Balcak"

Samstag, 05. März

Gleichzeitig zum Balkanbasar gingen die Balkanfilmtage am Samstag, den 05. März mit dem Historiendrama „Do Balcak“ („To the Hilt“), des bekannten mazedonischen Regisseurs Stole Popov. In ihrer kurzen Anmoderation erzählte Luna Mijovic von ihrer Bekanntschaft mit dem bekannten Regisseur und den Hintergründen der Entstehung des Films. In der gut gefüllten Blackbox sahen die Zuschauer ein trotz seiner Länge von mehr zwei Stunden ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Kino. Der Film handelt im Mazedonien des Jahres 1903 von einem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen einer freizügigen europäischen Frau, den zurückgekehrten Sohn eines reichen Mazedoniers, einen mazedonischen Widerstandskämpfers und seinen osmanischen Widersacher, das unerwartete und dramatische Drehungen und Wendungen erfährt. „Do Balcak“ begeistert mit seinen Szenen aus dem Mazedonien des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, zeigt das Lebensgefühl der Zeit aber auch wunderschöne Landschaften Mazedoniens. Insgesamt ist „Do Balcak“ ein noch immer wenig bekannter Film, der jedoch wegen seiner sehr unterhaltenden Handlung und der hohen Qualität wesentlich mehr Beachtung verdient. Die Balkanfilmtage haben einen kleinen Beitrag dazu leisten können, diesen ausgezeichneten Kinofilm etwas bekannter zu machen.

Veranstalter

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Veranstalter der Balkantage ist der 1992 gegründete Migrantenverein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. Informationen zum Verein finden Sie unter: www.hvmzv.de.

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Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.
Muhjidin Musinbegovic
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