Balkantage 2007-2010

Balkantage 2009

Der Balkan im Dialog - Ein anderes Bild vom Balkan!

Bericht zu den 3. Münchner Balkantagen 2009

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Der Balkan ist nichts Chaotisches oder gar Bedrohliches, sondern ein vielgestaltiger und lebensvoller Teil von Europa! Das war die Botschaft, die die 3. Münchner Balkantage vermittelten.

Schon bei der Eröffnung am Freitag, den 13. November, erinnerte die Initiatorin der Balkantage und Ehrenvorsitzende des von ihr gegründeten Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ Sadija Klepo an die kulturelle Vielfalt des Balkanraumes und die gelungene Integration der unterschiedlichen Völker aus den alten und neuen Ländern Südosteuropas hier in Bayern und in München. Sie forderte die Besucher auf, sich von dem „balkanisch rauem Charme“ bezaubern zu lassen und sich mit allen Sinnen den Darbietungen der Mitwirkenden zu öffnen.

Das große Balkankonzert

Das Publikum war begeistert

Die Begeisterung kannte keine Grenzen, als die vier Ex-Yugos der Band „Trovaci“ mit ihren Songs wie z.B. „Gastarbeiter“ und „Malo Morgen“ loslegten, die kombiniert mit treibendem Balkan- Ska- Reggae-Punk eine exzellente Liveband ergeben und für selbstironische und sympathisch-schlitzohrige Texte auf serbisch, kroatisch und deutsch stehen, die einen „balkanisierten“ Blick auf den deutschen Alltag, auf Gastarbeiterklischees, ja selbst auf Herzschmerz-Themen bieten.

Mit diesem Konzept haben sich die vier Trovacis in den letzten Jahren in die Herzen und Ohren von Menschen aller Couleur gespielt. Der Verein „Hilfe von Mensch zu Mensch“ hat als Veranstalter des kulturellen Programms der Balkantage der hervorragenden Gruppe „Trovaci“ ihren ersten großen Auftritt in München ermöglicht. Auch wenn die Zahl der Besucher hinter den Erwartungen zurückblieb, für alle, die an diesem schönen Winterabend in die Muffathalle kamen, wurde es ein unvergessliches Erlebnis.

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Der Höhepunkt ihres Auftrittes war die Darbietung von Vlada Divljan. Als einer der berühmtesten und einflussreichsten Rockmsikern aus dem ehemaligen Jugoslawien lieferte Vlada mit Songs wie „Zasto su danas djevojke ljute“ und „Ona to zna“ eine außergewöhnliche und anspruchsvolle musikalische Darbietung und erntete vom Publikum einen tobenden Applaus.

Angekündigt von der jungen und charmanten Moderatorin Mara Kojadinovic hatten bereits im Vorprogramm die beiden Solistinnen Nina Vlaovic uVlada Divljannd Milica Jovanovic ihr Können gezeigt.

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Nina, eine passionierte Musicaldarstellerin, die u.a. in der Gerath-Preins Inszenierung „Kiss Me, Kate“ spielt, begeisterte zusammen mit der vielfach preisgekrönten Milica, die u.a. in der „Zauberflöte“ ihr Können zum Besten gab. Als Absolventinnen der Bayerischen Theaterakademie August Everding, haben die zwei Künstlerinnen das Publikum mit Songs aus verschiedenen Musicals, wie z. B. „A step to far“ aus „Aida“ begeistert.

Wie der Münchner Stadtrat Dr. Reinhard Bauer in seiner kurzen Begrüßung feststellte, waren die Balkantage über alle Veranstaltungen verteilt eine gelungene Repräsentation der Menschen aus den Balkanländern in München.

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Der Balkan ist nichts Chaotisches oder gar Bedrohliches, sondern ein vielgestaltiger und lebensvoller Teil von Europa! Das war die Botschaft, die die 3. Münchner Balkantage vermittelten.

Schon bei der Eröffnung am Freitag, den 13. November, erinnerte die Initiatorin der Balkantage und Ehrenvorsitzende des von ihr gegründeten Vereins „Hilfe von Mensch zu Mensch“ Sadija Klepo an die kulturelle Vielfalt des Balkanraumes und die gelungene Integration der unterschiedlichen Völker aus den alten und neuen Ländern Südosteuropas hier in Bayern und in München. Sie forderte die Besucher auf, sich von dem „balkanisch rauem Charme“ bezaubern zu lassen und sich mit allen Sinnen den Darbietungen der Mitwirkenden zu öffnen.

Podiumsdiskussion und Balkanbasar

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In diesem Sinne kamen dann die nahezu 1000 Besucher auch auf ihre Kosten. Sei es bei der Podiumsdiskussion am Freitagabend zum Thema „Dialog der Religionen im Balkanraum“ oder beim bunten Balkanbasar mit seinen 20 Ausstellern und den Darbietungen von dem Kulturverein „Vitkovici“ als Gast aus Gorazde in Bosnien-Herzegowina und den Münchner Folkloregruppen „Jelek“ mit serbischen Beiträgen, „Gajda“ mit Tänzen aus Kroatien und „Lazarka“ mit bulgarischen Tänzen. Es versteht sich, dass das „Balkanische“ auch beim leiblichen Wohl nicht fehlen durfte. Die Čevapčići der Konoba Budimir, der ein eigenes „Speisezelt“ aufgebaut hatte, begeisterten wie im vorigen Jahr die Besucher.

Kinderprogramm mit muttersprachlichen Autoren aus den Herkunftsländern

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Beim reichhaltigen Programm für Kinder ließen die aus den Balkanländern stammenden Autoren Damjanka Čizmić, Šimo Ešić, Ivo Kobaš, Berka Nežić und Mirza Čardaklija die Muttersprache der Herkunftsländer lebendig werden. Eine Ausstellung von Kinderbüchern aus Serbien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina fand großes Interesse und viele Besucher waren dankbar, dass sie für ihre Kinder Bücher in der Muttersprache erwerben konnten. Einen besonderen Beitrag leistete die bulgarische Schule aus München, die zum ersten Male an den Balkantagen teilnahm und deren Schülergruppe zeigte, dass die Sprache der Heimat auch in der Diaspora lebendig bleibt.

Der Balkan ist Teil von Europa

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Der EU-Parlamentarier Bernd Posselt hob in seiner Begrüßung hervor, dass es das Verdienst der nun schon zum dritten Male stattfindenden Balkantage sei, dass der Münchner und bayerischen Bevölkerung ein anderes Bild vom Balkan vermittelt werde. Der Balkan liegt nicht irgendwo in einem fernen Osten, sondern ist ein Teil Europas wie Frankreich im Westen, Spanien und Italien im Süden. Auch Michael Hinterdobler von der Bayerischen Staatskanzlei bekräftigte die Unterstützung des Freistaates für diese Völker verbindende Arbeit und nannte Beispiele wie in Bayern die Verbindung mit den Ländern des Balkanraumes als Zukunftsaufgabe gesehen wird. Als Mitveranstalter bot in Ergänzung der Podiumsdiskussion das Südostinstitut Regensburg eine Lesung der kroatischen Schriftstellerin Marica Bodrožić an. Vorträge von Bojan Aleksov aus London und Edvin Pezo aus Regensburg zur Rolle der Kirchen und der muslimischen Glaubensgemeinschaft ergänzten das wissenschaftliche Programm der diesjährigen Balkantage.

Kulturabend mit der Gruppe „Trilogie der Lust“

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Ein absoluter Höhepunkt des Samstags war der Kulturabend, bei dem die beiden Gruppen Jelek und Gajda nochmals auftraten, um dann die Regie an den in Montenegro geborenen albanischen Sänger Suad Mehmeti mit seiner Gruppe „Trilogie der Lust“ abzugeben. Zwei Stunden lang hielt der mit seinen auf alten albanischen Liedern zurückgehenden Kompositionen die Zuschauer in Bann. Seine virtuosen Musiker, die aus dem Kosovo, Russland, Usbekistan, Turkmenistan und Chile stammen, gelang es mit großem musikalischen Können die Sentimalität traditioneller Weisen mit Elementen von Klezmer, Rock, Popp und Jazz zu verbinden, so dass sie einen eigenen Stil repräsentierten, der von den Zuschauern immer wieder mit Applaus belohnt wurde.

Balkanfilmtag

Neu war in diesem Jahr der „Balkanfilmtag“, bei dem am Sonntag vier preisgekrönte Filme aus den Balkanländern im traditionsreichen Rio Filmpalast vorgestellt wurden. Größter Dank gebührt Michael Rüdel, der durch sein organisatorisches Können und Wissen um filmische Ereignisse diesen Tag zu einem Erfolg machte. Den Auftakt bildete die Verfilmung des berühmten Jugendbuches „Die Rote Zora“ von Peter Kahane mit Mario Adorf in einer der Hauptrollen. In dem Film „Das Fräulein“ von Andrea Štaka wird ein Schlaglicht auf die Rolle von drei Frauen unterschiedlichen Alters geworfen, deren Wege sich fern von der Heimat in der Schweiz kreuzen: Ruža aus Belgrad, Ana aus Sarajewo und die Kroatin Mila aus einem Dorf an der Adria. In dem Film „Balkan Traffic“ reiht sich eine tragikomische Begebenheit an die andere und hält die Zuschauer gefesselt, wenn in einer balkanisch-skurrilen Komödie der Transport von Verstorbenen zur Bestattung in der Heimat thematisiert wird. Schließlich wurde im Beisein eines Hauptdarstellers zum ersten Mal in Deutschland der bulgarische Film „Prognoza / Forecast“ von Zornitza Sophia gezeigt. Es ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die gleichzeitig das balkanische Kriegstrauma aufzuarbeiten versucht. Mit sarkastischem Witz werden beim Surfen auf einer türkischen Urlaubsinsel die „Grenzen“ des Balkans nachgezeichnet, die erst in der lebensbedrohenden Situation der Schwester und Freundin überwunden werden. Eine politische Parabel, die auch im anschließenden Filmgespräch unter Beisein der bulgarischen Botschaftsrätin Oli Grueva und des Generalkonsuls Atanas Krstan von den begeisterten Zuschauern aufgegriffen wurde.

Großes Balkankonzert am 12. Dezember in der Muffathalle

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Sie wären gerne dabei gewesen? Noch haben Sie nicht alles versäumt. Denn am Samstag, den 12. Dezember gibt es noch eine Chance, bei den diesjährigen Balkantagen dabei zu sein. An diesem Tag findet in der Muffathalle ein großes Balkankonzert statt mit der Balkan-Rock-Reggae-Gruppe „Trovači“ aus Köln, dem legendären serbischen Sänger Vlada Divljan („Ex-Idoli“) und den jungen Interpretinnen Nina Vlaović und Milica Jovanovic. Karten für dieses Konzert gibt es bei der Muffathalle und bei allen Münchner Vorverkaufsstellen.

 

München, den 16.11.2009
Bericht: Dieter Hüttner Fotos: Hoang Dang und Michael Hölscher

Veranstalter

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Veranstalter der Balkantage ist der 1992 gegründete Migrantenverein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. Informationen zum Verein finden Sie unter: www.hvmzv.de.

Pressekontakt

Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.
Muhjidin Musinbegovic
muhjidin.musinbegovic@hvmzm.de

Förderung

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Kooperation

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