Balkantage 2007-2010

Balkantage 2008

„Vom Balkan an die Isar“

Die 2. Münchner Balkantage erfolgreich beendet.

Es brodelte im Saal, als die mazedonische Sängern Esma Redžepova, „die Königin der Romamusik“, wie sie genannt wird, auf die Bühne kam und mit ihren Liedern

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fortsetzte, was ihr virtuoses Orchester begonnen hatte: die „Seele des Balkans“ war erwacht. Auch wenn die Zahl der Besucher hinter den Erwartungen zurückblieb, für alle, die an diesem schönen Herbstabend in die Muffathalle kamen, wurde es ein unvergessliches Erlebnis.

Im Vorprogramm hatten bereits die beiden Folkloregruppen „Gajda“ und „Jelek“ ihr Können gezeigt. Denis Omerovic entführte die Zuhörer mit seiner zauberhaften klassischen Gitarre und Zerina Cokoja begeisterte mit ihren von einem modernen Orchester begleiteten Sevdalinkas, alten bosnischen Liedern, die Zerina gekonnt für junges Publikum aufbereitet hatte.

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Eine Überraschung war die Vorführung von einem Dutzend handgefertigter Kleiderkreationen der Schneidermeisterin Snežana Radosavjević aus Niš, die von Sadija Klepo, die mit Wärme und Herzlichkeit zweisprachig durch das Programm führte, kurzerhand wegen ihrer Originalität noch in das Vorprogramm aufgenommen worden war.

Wie der Münchner EU-Abgeordnete Bernd Posselt in seiner kurzen Begrüßung feststellte, waren die Balkantage in allen seinen Veranstaltungen eine gelungene Repräsentation der Menschen aus den Balkanländern in München und in ihrer Art beispielhaft für eine grenzüberschreitende europäische Zusammenarbeit.

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Die Münchner Balkantage wurden eröffnet am Freitag, den 10.10.2008, mit einer Ausstellung „Der Balkan in historischen Karten“ durch den für die Balkanländer zuständigen Vertreter der Bayerischen Staatskanzlei Michael Hinterdobler und als Vertreter der beiden Veranstalter Prof. Dr. Ulf Brunnbauer, dem Direktor des Südostinstituts, und Dr. Dieter Hüttner, dem Vorsitzenden Vereins Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.

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Der Freitag begann mit einer Darstellung von Karolina Novinšćak über die Lebenswelt der „jugoslawischen Gastarbeiter“, deren „Anwerbeabkommen“ sich am 12. Oktober zum 40. Male jährt. Bei dem Filmausschnitt von Krsto Papić, bei dem Beobachtungen bei der „gesundheitlichen Untersuchung“ der prospektiven Gastarbeiter und Interviews im „Gastarbeiterzug“ von Zagreb nach München wiedergegeben wurden, konnte man die Gänsehaut bekommen, wie die „Ware Mensch“ aus Jugoslawien nach Deutschland verschoben wurde.

Dass diese Menschen heute den größten Teil der 200.000 Einwohner Münchens mit „balkanesischen Wurzeln“ ausmachen, ist den meisten Münchnern von heute kaum bewusst. Die Balkantage haben dazu im Münchner Jubiläumsjahr einen Beitrag zur Bewusstmachung geleistet.

Ergänzt wurden ihre Ausführungen durch eine Darstellung von Pascal Goeke aus Frankfurt mit dem Thema „Was ist aus ihnen geworden?“ – Post-jugoslawische Lebensentwürfe in Bayern, wobei er beispielhaft nachweist, dass die Verwurzelung in „zwei Welten“ für den Einzelnen ein unschätzbarer Wert sein kann.

Eine Lesung des bekannten Autors Bora Ćosić aus Berlin und eine Podiumsdiskussion, geleitet von Dr. Konrad Clewing, unter Einbeziehung eines engagierten Publikums rundeten den ersten Tag ab.

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Der nächste Tag stand ganz im Zeichen eines «Balkanbasars», der von der engagierten Marketing- Entrepreneurin Edina Matosevic vorbereitet wurde. Es war ein echter «Basar», bei dem sich die Besucher von der Versicherungsberatung bis hin zum Pilz- und Honigversand über Produkte des Balkans informieren konnten. Großer Saal und Foyer des Sudetendeutschen Hauses in der Hochstraße hatten sich in eine bunte Ausstellungshalle verwandelt, die den ganzen Samstag Nachmittag von mehreren hundert Besuchern aufgesucht wurde. Die Ausstellungsstände wurden ergänzt duch ein siebenstündiges Nonstop-Programm, das vom Auftritt von Folkoregruppen, der Kindergruppe des Jugendtreffs «KOMM» über eine Modenschau bis hin zum klassischen serbischen Chor «Singidunum» und zur Heavy Metal – Band «Wild-Scream» reichte und alle Facetten der in München lebenden Menschen aus dem Balkan zeigte.

Ein Teil der Gruppen und Interpreten traten auch am Sonntag in der Muffathalle auf. Für das leibliche Wohl sorgte «Konoba Budimir», dessen Čevapćići reißenden Absatz und dessen erlesene Weine kennerhafte Bewunderung fanden.

So waren die 2. Münchner Balkantage eine gelungene Veranstaltung, die durchaus eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr darstellten.

Herzlichen Dank für alle Mitwirkenden und die vielen Organisatoren, die im Hintergrund wirkend, wie Edina Matosevic und Sadija Klepo, oder im Rampenlicht stehend, wie Vesna Jelić und der Schauspieler Erwin Aljukić, zum Erfolg dieser Veranstaltung beitrugen.

Unser Dank gilt auch den Zuschussgebern, der Bayerischen Staatskanzlei und dem Ausländerbeirat der Stadt München, die die Veranstaltung erst möglich machten, und unseren Sponsoren, allen voran dem Unternehmen Touring-Eurolines, das als Hauptsponsor die 2. Münchner Balkantage unterstützte. Die Weichen für die dritten Münchner Balkantage im Herbst nächsten Jahres sind schon gestellt.

München, den 13.10.2008
Text: Dr. Dieter Hüttner
Fotos: Michael Zacharski

Veranstalter

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Veranstalter der Balkantage ist der 1992 gegründete Migrantenverein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. Informationen zum Verein finden Sie unter: www.hvmzv.de.

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Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.
Muhjidin Musinbegovic
muhjidin.musinbegovic@hvmzm.de

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