Balkantage 2011

Balkanfilmtage

Thema „Demokratie und demokratisches Denken auf dem Balkan“

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Seit zwei Jahren sind Bestandteil der Balkantage die Vorführung von preisgekrönten oder im deutschen Sprachraum nicht gezeigten Filmen aus den Balkanländern. In diesem Jahr waren es acht, von Michael Rüdel fachkundig ausgewählte besondere Filme, die im Gabriel Filmtheater vorgeführt wurden und ein wachsendes interessiertes Publikum fanden. Den Auftakt bildete der Kurzfilm „Stille Wasser“ der rumänischen Filmemacherin Anca Miruna Lazarescu, die zusammen mit dem Produzenten David Lindner selbst anwesend war und sich den Fragen Besucher stellte. Der von Goran Radovanovic gedrehte serbische Spielfilm „Die Ambulanz“ dokumentierte in teils nachdenklich, teils grotesken und humorvollen Episoden den gesellschaftlichen und politischen Umbruch in Serbien, aufgehängt an der Rolle und den Veränderungen im Notfallkrankenhaus in Belgrad. Der bosnische Spielfilm „Ein richtig gutes Leben“ von Srdjan Vuletic stellte in skurrilen Episoden den zum Scheitern verurteilten Versuch eines bosnischen Taxifahrers dar, sein kleinkriminelles Milieu zu verlassen und ein rechtschaffenes Leben zu führen, eine Persiflage auf das Leben im heutigen Sarajewo.

Eine Besonderheit war der Einschub von drei albanischen Kurzfilmen, von denen vor allem der zum ersten Mal gezeigte Film mit dem Titel „Lufta“-„Der Krieg“ des albanischen Regisseurs Faton Bajraktari eine bemerkenswerte Darstellung ist, die auch im anschließenden Filmgespräch mit dem anwesenden Regisseur großen Beifall fand.

Den Abschluss bildete der bosnische Film „Belvedere“ von Ahmed Imamovic, der in einer dokumentarischen Darstellung dem Leben im heutigen Srebrenica nachgeht und nachzeichnet, wie die Menschen, die das Massaker von Srebrenica überlebt haben, mit der Wirklichkeit des Zusammenlebens von Opfern und Tätern kämpfen. Wenn auch der von Ahmed Imamovic gewählte Schluss nicht der heutigen Wirklichkeit des Lebens in der Stadt entspricht, so macht er doch nachdenklich und erinnert daran, dass nicht verarbeitete traumatische Erlebnisse immer ein Potential von Gewalt in sich tragen. Das anschließende intensive Filmgespräch mit dem Regisseur machte denn auch deutlich, dass die Wunden von Srebrenica noch lange nicht verheilt sind und wie die Gewaltverbrechen der Nazizeit noch lange nachwirken werden.

Die diesjährigen Balkanfilmtage zeigten einmal mehr, dass die filmische Aufarbeitung von Themen aus den Balkanländern eine wichtige Aufgabe ist, die auch in den nächsten Balkantagen ihren Platz haben wird. Unser größter Dank gilt Michael Rüdel, der das Programm ausgewählt und zusammengestellt hat, und dem Gabriel Filmtheater, das in seiner offenen und herzlichen Art ein idealer Ort für die Balkanfilmtage war.

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Veranstalter

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Veranstalter der Balkantage ist der 1992 gegründete Migrantenverein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. Informationen zum Verein finden Sie unter: www.hvmzv.de.

Pressekontakt

Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.
Muhjidin Musinbegovic
muhjidin.musinbegovic@hvmzm.de

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