Balkantage 2012

Filmtage

Balkanfilmtage begeisterten das Münchene Publikum

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Es begann am 13.November mit der Eröffnung der diesjährigen Balkanfilmtage im traditionsreichen Gabriel Filmtheater und der Vorführung der bewegenden Filme „In the Land of Blood and Honey“ von Angelina Jolie und „Die Brücke am Ibar“ von Michaele Kezele. Beide Filme thematisieren auf ihre Weise die Heimsuchung der Menschen auf dem Balkan durch die jüngsten Kriege und stellen die Frage „Mussten sich Menschen das antun?“ Insgesamt waren es 8 Spielfilme und 5 Kurzfilme, die in diesem Jahr bei den Balkanfilmtagen zur Vorführung kamen und vom Münchner Publikum mit Begeisterung angenommen wurden.

13.-18.November 2012 - Gabriel Kinotheater

Vielfältigkeit und Gemeinsamkeit, Krieg und Frieden...

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Das Konzept ging auf! Das Spannungsfeld zwischen Vielfältigkeit und Gemeinsamkeit auf dem Balkan abzubilden, Geschichten von Einwanderung und Auswanderung, von Krieg und Frieden und über das ganz normale Leben in Gesellschaft und Familie zu erzählen – das sollten die bei den diesjährigen Balkanfilmtagen gezeigten Filme leisten.

Dienstag, 13. November 2012 - 18:30 Uhr

IN THE LAND OF BLOOD AND HONEY (USA 2011, 127 Minuten, Regie: Angelina Jolie mit Zana Marjanović, Goran Kostić, Vanesa Glodjo)

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Wir schreiben das Jahr 1992. In einer Kleinstadt im Osten von Bosnien-Herzegowina lieben sich der christliche Serbe Danijel und die muslimische Bosnierin Alja. Als der bosnisch-serbische Bürgerkrieg ausbricht, werden sie voneinander getrennt. Danijels Vater, ein hochdekorierter Offizier der jugoslawischen Volksarmee, beruft seinen Sohn zum Kommandeur für ein Kriegsgefangenenlager. Obwohl diese Position seinen moralischen Grundsätzen widerspricht, übernimmt Danijel, wenn auch zögerlich, den Posten. Das Schicksal will es, dass er im Gefangenenlager auf Alja trifft, die dort als Insassin festgehalten wird. Ihre Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt. Kann Danijel in dieser prekären Situation eine Lösung finden, die für alle Beteiligten akzeptabel ist und gibt es eine solche Lösung überhaupt?

www.inthelandofbloodandhoney.de/

Dienstag, 13. November 2012 - 21:00 Uhr

DIE BRÜCKE AM IBAR (Deutschland 2012, 85 Minuten, Regie: Michaela Kezele mit Zrinka Cvitesic, Misel Maticevic, Andrija Nikcevic, Milos Mesarovic, Danica Ristovski)

img 017Der Film spielt im Jahre 1999 im Kosovo zur Zeit des Krieges. Nato-Kampfjets bombardieren das Land, um die Kämpfe zwischen Serben und Albanern zu beenden. Die junge serbische Witwe Danica lebt mit ihren beiden Söhnen Vlado und Danilo in einer serbisch-albanischen Siedlung, die durch eine Brücke über den Fluss Ibar miteinander verbunden ist. Als sich der schwerverletzte Soldat Ramiz in ihr Haus rettet, muss sie eine Entscheidung fällen: Soll sie den verwundeten Kämpfer der albanischen „Befreiungsarmee des Kosovo“ (UCK) dem serbischen Militär ausliefern oder versteckt sie ihn in ihrem Haus und pflegt ihn gesund? Obwohl ihr die tödliche Gefahr für sich und ihre Söhne bewusst ist, entscheidet Danica, sich um den verwundeten Soldaten zu kümmern. Ramiz und Danica verlieben sich, doch ihr zerbrechliches Glück wird von der eifersüchtigen Nachbarin Jelena verraten und auseinandergerissen. Danica muss erfahren, dass sie dem Krieg an keinem Ort entfliehen kann.

Die Liebesgeschichte des ungleichen Paares steht im Zentrum des Films, für den die Regisseurin Michaela Kezele den Bernhard-Wicki-Filmpreis 2012 in der Kategorie Bester Nachwuchs gewann.

Gast: Regisseurin Michaela Kezele, die im Anschluss an den Film Fragen aus dem Publikum beantworten wird.

Mittwoch, 14. November 2012 - 18:30 Uhr

MOTOVUN MON AMOUR (Kroatien/Niederlande/Deutschland 2011, 30 Minuten, Regie: Lothar Just und Arnold Trampe)

img 015Im Nordwesten Kroatiens, in der historischen Region Istrien, liegt das charmante kleine Städtchen Motovun. Wie viele andere Städte in der Region blickt Motovun auf eine turbulente Geschichte zurück. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verließen die meisten Bewohner den malerischen Ort. Heute besteht die Bevölkerung Motovuns aus rund 600 Seelen. Es ist eine bunte Mischung aus Kroaten und Ausländern, die sich in dem kleinen hügeligen Städtchen niedergelassen haben. Das Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen und die Frage nach einer funktionierenden Gemeinschaft sind Gegenstand der Dokumentation.

Gast: Regisseur Lothar Just, der im Anschluss an den Film Fragen aus dem Publikum beantworten wird.

www.motovun-creative-group.com

Mittwoch, 14. November 2012 - 19:30 Uhr

SHUTKA – STADT DER ROMA (Tschechische Republik/Serbien/Montenegro 2005, 79 Minuten, Regie: Aleksandar Manič)

img 014Shutka, 15 Autominuten von der mazedonischen Hauptstadt Skopje entfernt, ist die inoffizielle Hauptstadt der Roma. In Shutka misst sich der Wohlstand nicht am Geld. Hier ist derjenige wohlhabend, der immer wieder in der Lage ist, sich neu zu erfinden. Vielleicht ist dies auch der Grund, warum behauptet wird, in Shutka finden mehr Meisterschaften in irgendetwas statt als irgendwo sonst auf der Welt. Seien es Vampirjagden, Gesangswettbewerbe, Türkische-Musikkassetten-sammeln-Meisterschaften oder Wer-hat-die-schönste-Sonntagsgardrobe- Ausscheidungskämpfe. Selbst Kanarienvögel, Tauben und Gänse werden trainiert, um sich im Singen, Fliegen und Boxen zu messen. Eine Stadt, die direkt einem Kusturica Film entsprungen zu sein scheint – voller merkwürdiger Rituale, grotesker Situationen und burlesker Gestalten. Aus diesem Grund ist unser persönlicher Führer durch Shutka auch niemand geringer als Dr. Koljo, vielen bekannt aus Kusturicas Film SCHWARZE KATZE, WEISSER KATER. Er bringt uns mit reichen Geschäftsleuten, armen Tagelöhnern, Vampirjägern und Derwischen zusammen und nimmt uns bei der Hand auf eine Reise in eine Welt, die Außenstehenden zumeist verschlossen bleibt. Denn man muss wissen: Gott liebt Shutka, denn nirgendwo wird er in der Entscheidungsfindung so beansprucht wie hier.

Dokumentarisches mischt sich mit schauspielerischen Einlagen der Einwohner, Farbmaterial kollidiert mit Schwarz/Weiss-Bildern, Animation trifft auf optische Effekte, die den Geist alter Dokumentarfilme zitieren. So entsteht ein sehr spezielles und einzigartiges Portrait dieses ungewöhnlichen Flecken auf der Landkarte und seiner Bewohner. Ein Film voll von üppiger visueller Phantasie, folkloristischen Figuren, poetischem Realismus und surrealen Einfällen.

Donnerstag, 15. November 2012 - 18:30 Uhr

DIN DRAGOSTE CU CELE MAI BUNE INTENTII (BEST INTENTIONS) (Rumänien 2011, 105 Minuten, img 019Regie: Adrian Sitaru mit Bogdan Dumitrach u.a.)

Der neurotische Alex ist Mitte 30 als sein Leben durch den Schlaganfall seiner Mutter gänzlich aus den Fugen gerät. Bei seinen Besuchen im Krankenhaus findet er sich in einem burlesken menschlichen Zoo wieder, voll von unerwarteten Begegnungen und Ereignissen. Beim Versuch, allen Ratschlägen gerecht zu werden, die auf ihn einprasseln, entwickelt sich Alex zum Hypochonder. Und während sich seine Mutter bestens erholt, verstrickt sich der junge Mann in einem Netz von Fehlern und Missverständnissen – natürlich nur mit den besten Intentionen. Das einfühlsame Porträt einer normalen rumänischen Familie überschreitet geographische Grenzen, denn durch die optimale Mischung von Realismus und Absurdität treten universale Verhaltensmuster zutage. Adrian Sitaru erhielt für diesen Film 2011 den Filmpreis von Locarno für die beste Regie.

Sonntag, 18. November 2012 - 15:00 Uhr

SLOVENKA (CALLGIRL) (Slowenien/Deutschland 2009, 90 Minuten, Regie: Damjan Kozole mit Nina Ivanisin, Peter Musevski, Primož Pirnat)

img 013Aleksandra, 23 Jahre alt, studiert in Ljubljana Anglistik und Literaturgeschichte. Da sie aus armen Verhältnissen stammt muss sie sich ihr Studium selbst finanzieren – und das tut sie als Callgirl unter dem Pseudonym „Slovenka”. Das Geschäft läuft gut bis ein deutscher Diplomat auf ihrer Bettkante nach einem Viagra zu viel einem Herzinfarkt erliegt und die Polizei sich für sie zu interessieren beginnt. Aber damit nicht genug, denn da sind auch noch ein paar Zuhälter, die stets neue „Mitarbeiterinnen” suchen...

www.slovenka.si

Sonntag, 18. November 2012 - 17:00 Uhr

DER ALBANER (Albanien/Deutschland 2011, 104 Minuten, Regie: Johannes Naber mit Nik Xhelilaj, Xhejlane Terbunja, Ivan Shvedoff)

img 018Der junge Albaner Arben möchte seine schwangere Freundin Etleva heiraten. Doch ihr Vater gibt sie nur für eine Summe von 10.000 € frei. Arben verspricht das Geld bis zur Geburt des Kindes aufzutreiben und reist als illegaler Arbeiter nach Deutschland. Nach einem wenig lukrativen Job in einer Reinigungsfirma, findet er durch seinen neuen Freund Slatko Arbeit in der Schlepperbranche. Schnell soll sich zeigen, dass es sich hierbei um ein menschenverachtendes und riskantes Geschäft handelt, das den getriebenen Arben in den Strudel der Kriminalität zieht. Wird er es dennoch schaffen, rechtzeitig das Geld zu beschaffen, um pünktlich zur Geburt seines Kindes zurück in Albanien und bei seiner geliebten Etleva zu sein?

Veranstalter

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Veranstalter der Balkantage ist der 1992 gegründete Migrantenverein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. Informationen zum Verein finden Sie unter: www.hvmzv.de.

Pressekontakt

Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.
Muhjidin Musinbegovic
muhjidin.musinbegovic@hvmzm.de

Förderung

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Kooperation

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