Balkantage 2015

Festliche Eröffnung am 13. März 2015

Im Rahmen der 9. Balkantage München zum Thema „Roma auf dem Balkan“

Ein wahrlich festlicher und schwungvoller Abend im Kulturforum im Sudetendeutschen Haus geht zu Ende.

Zum Programmauftakt sprach die Balkantage-Gründerin und Geschäftsführerin des Veranstalters Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. eine besondere Danksagung aus an die zahlreichen Gäste und Mitgestalter des diesjährigen Balkantageprogrammes sowie die Mitarbeiter des Vereins Hilfe von Mensch zu Mensch und alle Ehrenamtlichen, “ohne die eine solch riesige Großveranstaltung nicht möglich gewesen wäre.” Besonders dankte Frau Klepo auch den Förderern, dem Kulturreferat und dem Ausländerbeirat der Landeshauptstadt München und der Bayerischen Staatskanzlei sowie der bosnischen Generalkonsulin Viktorija Ketelhut für Ihr Kommen. Eine Einleitung zum Thema “Roma auf dem Balkan” gab der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe und Mittel- und Osteuropabeauftragte der CSU, Bernd Posselt, und unterstrich dabei die vielen kulturellen und fachlichen Qualitäten und Bereicherungen, die die Menschen aus den verschiedenen Balkanregionen mit sich brächten, darunter ein ganz entscheidend großer Anteil: die Volksgruppe der Roma.

Für den ersten musikalischen Hochgenuss sorgten zwei junge Geiger und eine Pianistin aus Subotica in Serbien, die mit ihren emotionalen Interpretationen andächtige Stille und Faszination beim Publikum auslösten.

Nach einem feierlichen Sektempfang sorgten der Fotograf Dragan Kujundžić und die Roma-Jugendgruppe GRUBB für Aufsehen. Nach den einleitenden Worten von Kujundžić wurde seine Ausstellung “Oko Grada” (“Das Auge der Straße”) eröffnet, worin die Jugendlichen von GRUBB ihre Heimatstadt Belgrad aus der eigenen Sicht fotografisch portraitiert haben. Im Anschluss brachte GRUBB – kurz für Gypsie Roma Urban Balkan Beats – mit ihrer mitreißenden Performance aus Hip Hop, traditionellen Roma Klängen und Musical-artiger Schauspielkunst das Kulturforum im Sudetendeutschen Haus in Bewegung. Mit ihren textlichen Visualisierungen leiteten die jungen Multitalente gleichzeitig die Frage ein, wo die Gründe liegen für die noch immer anhaltende Diskriminierung der Roma in der globalen Gesellschaft.

Erste Antworten und Denkansätze ergaben sich aus der anschließenden Gesprächsrunde zum Thema “Roma auf dem Balkan”. Der wissenschaftliche Leiter des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Herbert Heuß, bemerkte in seinem einführenden Vortrag, dass Roma in den verschiedenen Regionen der Balkanländer – wie auch der Begriff “Balkan” im Allgemeinen - keine homogene Einordnung erlaubten. Vielmehr sei zu beachten, dass die vielen verschiedenen Sprachen, Bräuche und Lebensumstände zu beachten seien, um sich ernsthaft mit Problemthemen wie Armutsbekämpfung und Ausgrenzung der Roma-Volksgruppe auseiandersetzen zu können.

Im Gespräch mit den Gästen Dr. Klaus-Michael Bogdal, Professor für Germanistische Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld, und Dr. Monika Kleck, Ansprechpartnerin für Rumänien, Moldawien, Mazedonien und Albanien beim Osteuropa-Hilfswerk der katholischen Kirche, Renovabis, wurden Lösungsansätze gesucht und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert, wie eine Eingliederung der Roma in die Gesellschaft der Balkanländer sowie auch der Gesellschaft West- und Mitteleuropas und den restlichen Teilen Welt in die Tat umgesetzt werden können. Ein klarer Konsens bestand darin, dass Roma nicht in gesonderten Hilfsprogrammen gefördert werden sollten, sondern gemeinsam – in Berücksichtigung der individuellen Umstände der Region – mit den Menschen qualitative Bildung erfahren sollten und die Möglichkeit erlangen sollten, ihre kulturelle Fortentwicklung selbst in die Hand zu nehmen.

Das Balkantage Team freut sich auf weitere spannende Debatten und zahlreiche Besucher im Rahmen der folgenden Veranstaltungen.

Veranstalter

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Veranstalter der Balkantage ist der 1992 gegründete Migrantenverein Hilfe von Mensch zu Mensch e.V. Informationen zum Verein finden Sie unter: www.hvmzv.de.

Pressekontakt

Hilfe von Mensch zu Mensch e.V.
Muhjidin Musinbegovic
muhjidin.musinbegovic@hvmzm.de

Förderung

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